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iPhone 4s im Einsatz beim Finanzberater

Posted By BROKERAGE POOL On 25 January, 2012 @ 13:24 In Gesprächstechnik, Smartphones, Technische Hilfsmittel, Visualisierungen im Beratungsgespräch | No Comments

Ich nehme es einmal vorweg – im Unterschied zum iPhone 4 haben mobile Finanzdienstleister nicht nur Vorteile dazugewonnen – im Praxistest zeigen sich auch Schwächen – und die ersten Tipps, wie diese wenigstens abzumildern sind.
Um einen guten Test zu machen, habe ich mir einen Tagesablauf ausgedacht, der auf meinem Tagesablauf aufbaut, also sozusagen fast ideale Testverhältnisse.
Fangen wir bei der Planung des neuen Tages an. Der von Werk aus eingestellte Kalender ist nach wie vor wenig geeignet, eine Woche mit zahlreichen Kundenterminen zu bestehen. Es fehlt einfach die Übersicht! Was nützen mir Tag und Monat, wenn ich Erst- und Zweittermine beiander finden muss? Ich muss meine Woche auf einen Blick planen können. Die Lösung liegt in einer App – mit „Week Cal“ lässt sich der meiner Meinung nach beste Kalender aller Mobiltelefone bedienen. [1]
Kommen wir zur Kamera, die jetzt statt 5 ganze 8 Megapixel bietet. Gut beim Scannen von Visitenkarten (ScanBizCards !! – unser letzter iPhone Beitrag [2] in dieser Community) welches auch bei wenig Tageslicht tadellos gelingt. Ich scanne bei Erhalt einer Visitenkarte diese immer sofort ein – das begeistert Kunden und zeigt, wie man sich selbst (und seine Finanzen) organisiert.

Wie hilft uns nun diese neue iPhone Sprachsteuerung im Finanzdienst? Klar. Wer im Auto zum Kunden unterwegs ist und seine Hände am Steuer lassen möchte ist mit der Adressauswahl per Stimme gut bedient. Voraussetzung ist dass man sein Adressbuch sauber geführt hat. Und ich meine SAUBER. Beim Kunden angekommen will ich erst mal über das Wetter sprechen (lach). Ich frage also meine SIRI. “Wie wird das Wetter heute?” und der Kunde merkt – ich bin stets gut informiert. Während des Gesprächs zeigt mir mein Kunde was er in der Zeitung gelesen hat. Ich fotografiere den Fachartikel ab und verspreche diesen vor dem nächsten Termin gelesen zu haben. Probleme tauchen dann auf, wenn man mal so einfach schnell ein Foto/Mitschnitt versenden und die Grösse von Bildern anpassen möchte. Das iPhone denkt sich nämlich scheinbar ungefragt die ideale Fotogrösse einfach mal aus – und nicht selten ärgere ich damit Emailempfänger (zu gross oder zu klein). Muss hier noch eine Lösung suchen.
Zum Ende meines Kundengesprächs fehlen mir aktuelle Daten – kein Problem – mit dem IOS 5.01 lassen sich Daten in der Apple Cloud speichern und somit zwischen allen Applikationen automatisch synchronisieren. Sicher der Weg in die Zukunft. Wenn allerdings Kundendaten ins Spiel kommen, muss man sich Fragen, ob man das wirklich will. Hier ist es eine Frage der Philosophie. Wie das schweizer Bankgeheimnis. Alles sicher, solange jemand nicht das Gegenteil beweist.
Zum Ende fragt mich mein Kunde, wo denn seine Aktie grad notiert. Jetzt kommt der erste professionelle Auftritt von SIRI, meiner weiblichen Assistentin beim Kunden. Aber mal im Ernst – In jedem Fall sollte man vor dem Einsatz beim Kunden jede Abfrage von SIRI gut üben. Dafür braucht es Disziplin. Ein Beispiel:
Die Abfrage „was kostet die Damiler Benz Aktie“ blamiert uns vor unserem Kunden – (…ich sehe die Aktie nicht…) Wenn ich es aber vorher ausprobiert habe, weiss ich dass „was kostet die Daimler AG Aktie“ zum perfekten Erfolg führt.
Einige werden sich sicher mit etwas Fantasie weitere Anwendungen einfallen lassen, die aus Vertriebssicht Sinn machen. Ich habe mir für mein Verkaufsgespräch sinnvolle Aussagen von Politikern und Wirtschaftsweisen als „Song“ bzw. als Podcast gespeichert und aufs iphone übertragen. Die Abfrage „spiele Riester“ kann dann im richtigen Moment [3]ein super Ergebnis bringen.

Sinnvoll und funktionell ist die Vorlesung von Nachrichten durch SIRI – hat man z.B. sein Head Office zu einem kundenrelevantem Thema befragt, dass der Kunde aufgeworfen hat während er ihm ein Produkt erklärt, lässt man die Nachricht einfach vorlesen – das ist glaubhaft, bequem und dürfte einen Kunden wirklich begeistern. Nun mache ich den Termin für den Vertragsabschluss perfekt. Ich sage meinem Telefon wann und wo.

Wer all den Aufwand nicht betreiben will, dem bleibt SIRI nur zum Angeben. Und das kann ich nicht empfehlen, weil Ihr Kunde dann vom Inhalt Ihrer „Message“ abgelenkt wird.
Kommen wir zu den echten Problemen. Eine gute Nachricht am Anfang: Das extrem nervige Akku-Problem (meine gefühlte Schätzung – die Batterie hält ein Drittel seines Vorgängermodells bei gleichen Einstellungen) liegt nicht an fehlerhafter Hardware sondern an der Software des iPhone. Wer das Problem wenigstens teilweise lösen will, sollte wenigstens ein paar der folgenden Dinge umstellen:

Auf dem iPhone unter Einstellungen

  • Funktion zur Bestimmung der Zeitzone unter „Ortungsdienste“ >> „Systemdienste“ >> „Zeitzone einstellen“ ausschalten. Als Aussendienst mit Fahrzeug fährt man ja i.d.R. nicht durch Zeitzonen hindurch
  • Ortungsdienste nur einschalten, wenn man es wirklich braucht
  • SIRI nur einschalten wenn man es wirklich braucht
  • Bildschirmbeleuchtung heruntersetzen „Einstellungen” > „Helligkeit
  • Den Push-Dienst (Ssfortige Anzeige von E-Mails und Mitteilungen sofort) „Einstellungen” >> „Mail, Kontakte, Kalender“ deaktivieren und die Synchronisation auf z.B. 15 Minuten umstellen
  • Ultimative Stromsparung: der Flugzeugmodus, z.B. wenn ich in die Sauna gehe (iPhone bleibt draussen…)

Zusammenfassend kann ich sagen:

Wer diszipliniert mit dem Telefon arbeitet, sich die extra Zeit für Vorbereitungen, Einstellungen, Batteriemanagement sowie Generalproben vor dem Kundengespräch nimmt der kann seinen Mitbewerber ein Schnäppchen schlagen. Nicht dass der Kunde das zugeben würde, es ist einfach der intrinsische Appell des Kunden an sich selber, bevorzugt mit jemanden zusammen arbeiten zu wollen bzw. demjenigen zu vertrauen, der die Technik im Griff hat. Aber wehe dem, der sein Gerät in mehreren Situationen im Beisein des Kunden nicht beherrscht. Das ganze kehrt ins Gegenteil um („was für ein Chaot“…)


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